Mirak-Weissbach Foundation

Unterstützung von Einrichtungen zur Musikerziehung


Die Bedeutung der Musik in Armenien

Volksmusik

Ein Volksmusik-Ensemble
in einem Restaurant in Gjumri.

Jeder, der Armenier, ihre Kultur oder auch das Land Armenien kennt, weiß, dass die Musik unter Armeniern eine herausragende Rolle spielt und seit jeher gespielt hat. Man sagt, in Jerewan gebe es mehr Klaviere als Fernsehgeräte. Wer eine möblierte Wohnung in Armenien mietet, kann sogar hoffen, dass zur Möblierung auch wie selbstverständlich ein Klavier oder sogar ein Flügel gehört. Klaviere stehen aber auch im öffentlichen Raum jedem, der spielen möchte, zur Verfügung. Wir haben in Jerewan eine Buchhandlung erlebt, in der Kunden und Besucher stundenlang Klavier üben und spielen konnten.
Buchhandlung

In einer öffentlichen Buchhandlung im Zentrum Jerewans lädt ein Klavier zum Spielen und Üben ein.

Seit neuestem steht auch ein Klavier im internationalen Bereich des Flughafens Zvartnots bei Jerewan. Auf dem Klavier befinden sich Noten, und ein Schild fordert die interessierten Reisenden zum Spielen auf.
Ein ganz besonderer Platz in der armenischen Kultur- und Musikgeschichte gebührt dem Priester- Dichter und -Komponisten Komitas (1869-1935). Nach 3-jährigem Studium in Berlin, u.a. an der Humboldt Universität, kehrte er 1899 nach Armenien zurück. Er reiste jahrelang durch Dörfer und Städte in den Provinzen des Landes, hörte Hirten und Bauern zu, die bei der Arbeit sangen, Müttern bei ihren Kindern, lauschte Liebesliedern, Hochzeits- und Trauergesängen, epischen Gesängen und Spottgedichten. Was über Jahrhunderte überliefert worden war, hielt er in seinem eigenen Notationssystem genauestens fest. Seine Stellung in der armenischen Musikgeschichte ist der Bela Bartoks und Zoltan Kodalys in der ungarischen vergleichbar.
Die äußerst reiche Musikkultur Armeniens wird nicht nur durch die Kirchen und die großen, bekannten Konservatorien und Akademien in Jerewan getragen. Vielmehr ist das Land fast flächendeckend mit vielen großen und kleinen Musikschulen überzogen. Selbst kleinere Städte mit wenigen 1000 Einwohnern haben eine Musikschule, in der Kinder in der Früherziehung oder im Schulalter Musikunterricht erhalten können.

Die ersten Projekte 2013


Der_Bluethner

Bei einem Konzert am 3.10.2014 konnten sich die Weißbachs davon überzeugen,
dass der neue Blüthner in hohen Ehren gehalten wird und sich großer Beliebtheit erfreut.

 
Ein Flügel, ja sogar ein Blüthner für die neue Musikschule in Gjumri

Das erste, und gleich ein großes Projekt der Mirak-Weißbach-Stiftung sah vor, die neue Musikschule Nr. 6 in der zweitgrößten Stadt Armeniens, Hauptstadt der Provinz Schirak, Gjumri, mit einem neuen Flügel der Firma Blüthner, einem Traditionshaus aus Leipzig auszustatten. Die Kontakte zur dieser Schule und seinem Direktor, Haratyun Asatryan gingen auf das Jahr 2008 zurück, als die Weißbachs die Schule mit einer Gruppe aus den USA besucht hatten. Der Unterricht fand damals noch in provisorischen Wellblechgebäuden statt, denn die alte Schule war durch das Erdbeben von 1988 vollständig zerstört worden. Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Hingabe das Lehrpersonal über 25 Jahre daran gearbeitet hatte, den Musikunterricht trotz der katastrophalen Einschränkungen aufrechtzuerhalten. Als die Weißbachs 2013 zurückkamen, war die Schule in einer völlig neuen Situation. Durch eine kollektive Anstrengung von Organisationen wie Mediamax, dem Fund for Armenian Relief und der australischen Organisation "Do Something" und der Mardigian-Familie war ein schönes, neues Schulgebäude entstanden und sollte zur Einweihung im September fertig sein. Aus Kanada waren zahlreiche Musikinstrumente unterwegs, die die Schule bestens ausstatten sollte. Das einzige, was fehlte, war ein Konzertflügel für den Vortragssaal in der neuen Schule. Es war der ersehnte Wunsch des Direktors, das der Flügel ein Blüthner sein sollte, von einer Firma also, die offensichtlich in Armenien einen langen und guten Ruf hatte.
Nach reiflicher Überlegung und durch das großzügige Entgegenkommen von Dr. Christian Blüthner-Haessler ermutigt, entschieden sich die Weißbachs, den Flügel für die neue Schule zu spenden. Er traf tatsächlich einen Tag nach der offiziellen Eröffnung der Schule am 23.September 2013 in Gjumri ein.

Siehe auch die Berichte und Bilder auf dieser Seite: “Ein Blüthner-Flügel für Gjumri”

Musikinstrumente und Musikalien für die Musikschule in Oschakan

Auf derselben Reise im Jahre 2013 besuchten die Weißbachs auch die Musikschule in dem kleinen Städtchen Oschakan. Es liegt nordwestlich von Jerewan und ist vor allem dadurch berühmt, dass hier Mesrop Maschtots, der Erfinder des armenischen Alphabets, seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Auch diese Schule war gerade in ein neues Schulgebäude eingezogen und hatte seine Arbeit aufgenommen. Hier konnten wir einige Musikinstrumente und Musikalien, die wir von Freunden in Deutschland gesammelt hatten, an den Schulleiter übergeben.

Wir nahmen von dort auch den Wunsch mit, dass die Schule eine Mediathek für CD’s, DVD’s und Notenmaterialien aufbauen möchte. Noch in diesem Jahr 2014 wird eine Sendung mit etwas 25 CD’s, Aufnahmen klassischer Werke, nach Oschakan verschickt werden.
Siehe auch die Berichte und Bilder auf dieser Seite: “Musikinstrumente für Oshakan”



53Musikschule

Die Weißbachs bei ihrem Besuch in der Musikschule Oschakan 2013 mit Schülern,
dem Direktor, Lehrern und Margaret Piliposyan von FAR.



Projekte 2014


Deutschlandreise für Lusine Arakelyan

1Lusine-ErloĢˆserkirche

Lusine Arakelyan bei ihrem Konzert
am 1.6.2014 in der in der Erlöserkirche
in Berlin


Wir hatten Lusine Arakelyan bereits in Gjumri bei der Einweihung der Musikschule im September 2013 kennengelernt und sie dort singen gehört. Sie hatte für die Einweihungsfeier der Schule mehrere Arien gesungen. Wir waren gleich von ihrer kräftigen Stimme und ihrer frischen Vortragskunst beeindruckt. Obwohl sie eine voll ausgebildete, diplomierte und mehrfach auch preisgekrönte Sängerin ist und seit 2008 als Solosängerin im Ghazaros-Sarayan-Opernstudio am staatlichen Konservatorium in Jerewan engagiert ist, erzählte sie uns, dass sie liebend gerne ihre Ausbildung in Deutschland fortsetzen wolle.
Als sie uns im Frühjahr 2014 kontaktierte und uns mitteilte, dass sie mehrere Gelegenheiten in Deutschland und Österreich habe vorzusingen, erklärten wir uns gern bereit, die Kosten für Hin- und Rückreise zu übernehmen.



Am 1. Juni 2014 hörten wir Lusine Arakelyan in einem Konzert aus Anlaß des armenischen Nationalfeiertags, des 28.Mai, in der Erlöserkirche in Berlin. Sie hat ihre Deutschlandreise abgeschlossen und wird in absehbarer Zeit wiederkommen. Nach dieser Reise hatte sie auch Einladungen nach Polen erhalten und hatte dort im Herbst mehrere Konzerte mit polnischen Musikern gegeben.

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Lusine Arakelyan bei ihrem 1. vertraglich abgeschlossenen Solokonzert in Warschau.


mehr dazu unter Nachrichten…

Die neue Schule in Argawand

Argawand ist ein kleines Städtchen von gerade mal 8000 Einwohnern. Es liegt kurz hinter der Stadtgrenze von Jerewan auf dem Weg zum Flughafen. Aber es hat eine nagelneue Musikschule, die gerade aus einem baufälligen Gebäude fertig gestellt wurde. Wir besuchten die Schule auf unserer Reise 2014 und wurden wie überall auf typisch armenische Weise begrüßt: mit einem Konzert, für das sich Schüler und Lehrpersonal in Schale geworfen hatten, mit feinstem Gebäck zu Kaffee und Getränken und einem Bericht der Direktorin über die Arbeit der Schule. Am Schluß bekamen wir die Wunschliste für die Schule ausgehändigt: Ein Akkordeon, Geigen und Klaviere.

zur "Sozial Projekte"...


Projekte 2015


Lusine Arakelyan in Italien und Spanien
Im September 2015 hat Lusine Arakeylan an Meisterklassen und am Internationalen Montserrat Caballé Gesangswettbewerb teilgenommen. Die 4. Meisterklasse in Operngesang (Canto Lirico) wurden in Trevignano Romano (nähe Rom) von der italienischen Sopranistin Stefania Bonfadelli und Maestro Simone Maria Marziali geleitet. Die Mirak-Weißbach-Stiftung hat die Flugkosten für die Reise Erewan-Rom-Barcellona-Erewan übernommen.
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Lusine Arakelyan


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Lusine Arakelyan und Stefania Bonfadelli