Mirak-Weissbach Foundation

Zusammenarbeit mit FAR

Der Fund for Armenian Relief (FAR) wurde 1988 nach dem verheerenden Erdbeben im Norden Armeniens gegründet. Die Katastrophe hatte die Stadt Spitak völlig zerstört und die 2.-größte Stadt des Landes Gjumri in eine Ruinenlandschaft verwandelt. 25.000 Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende wurden verletzt, verwaist und obdachlos. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Katastrophe hatte das Oberhaupt der östlichen Diözese der Armenischen Kirche in den USA, Erzbischof Torkom Manoogyan, die Initiative ergriffen und die gesamte armenische Diaspora zu einer beispiellosen Hilfsaktion aufgerufen. Über den neu gegründeten Fond wurden die Resourcen der Diözese mobilisiert, gebündelt und lebenswichtige Nothilfe organisiert.
Seitdem hat sich FAR zu einer der größten unabhängigen Organisationen entwickelt, deren Tätigkeitsfeld sich beständig ausgeweitet hat. Als Partner und Koordinierungsstelle von privaten und institutionellen Geldgebern im In- und Ausland hat er den Weg Armeniens von einer totalitären Planwirtschaft hin zu einer sozialen Marktwirtschaft begleitet und mitgestaltet. Dabei hat sich FAR sicherlich die größten Verdienste für die Entwicklung des Landes auf dem breiten Feld des sozialen Engagements erworben. Es reicht von Programmen zum Schutz von Kindern, zur Förderung von Bildungs- und Berufschancen junger Menschen, zur Föderung von Schulen und Bildungseinrichtungen, zur wirtschaftlichen Entwickung bis hin zur Bereitstellung sozialer Dienstleistungen für alte Menschen und Menschen in Not.

Als Mirak-Weißbach-Stiftung sind wir froh, daß wir von Anfang unseres Engagements für Kinder und junge Menschen in und aus Armenien im Jahre 2013 in Zusammenarbeit mit FAR treten konnten, die sich über die Jahre vertrauensvoll und freundschaftlich entwickelt hat. Margarit Piliposyan stand uns dabei stets mit Rat und Tat zur Seite.

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Margaret Piliposyan und Muriel Mirak-Weißbach bei einem Besuch in Jerwandaschat nahe der türkischen Grenze

Es war sie, die uns Vorschläge unterbreitete, welche Projekte wir unterstützen könnten. Dazu erstellte sie einen Kostenvorschlag, schickte, wenn möglich, Bilder oder besuchte mit uns die Einrichtung, die Hilfe benötigte. Wenn wir zustimmten, vereinbarten wir die genauen Umstände der Spende, also wie und wofür und in welchem Zeitraum unsere Spende verwendet würde. Und nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Projekt bekamen wir einen Rechenschaftsbericht, bzw. konnten bei unserem nächsten Armenienbesuch das Ergebnis begutachten. Auf diese Weise haben wir in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Projekten in guter Zusammenarbeit abgeschlossen, die wir im folgenden kurz beschrieben wollen.

Zentum zum Schutz von Kindern


Bei den 1. Pojekten, die die Mirak-Weißbach-Stiftung zusammen mit FAR durchführte, handelte es sich um wichtige Renovierungsarbeiten für das Zentrum zum Schutz von Kindern. Diese Einrichtung, die im Jahr 2000 gegründet wurde und für die ein ehemaliges Polizeigefängnis umgebaut worden war, bietet seitdem Kindern im Alter von 3 bis 18 Jahren Schutz, die verlassen, vernachlässigt, mißhandelt oder durch Kinderarbeit mißbraucht wurden oder schwer erziehbar, obdachlos, alkohol- und drogensüchtig sind. Es war lange Zeit die einzige Einrichtung seiner Art in Armenien, ja sogar im gesamten ”Ostblock”.
Im Oktober 2014 konnten mit einer Spende der Mirak-Weißbach-Stiftung die Kellerräume in einem Trakt des Gebäudekomplexes so wasserdicht gemacht und renoviert werden, daß eine Turnhalle und Fitness-Räume entstanden. Sie werden inzwischen auch im Winter in sicherer, sauberer und warmer Umgebung für Sportaktivitäten aller Art, aber vor allem für den beliebten Tanzunterricht genutzt.
Kinderschutz
Der Innenhof des aus einem Polizeigefängnis entstandenen Zentrums zum Schutz von Kindern. Im Hintergrund das Gebäude, in dem die jüngsten der betreuten Kinder zu Hause sind.

Fitness Der Boden der Turnhalle des Zentrums zum Schutz von Kindern im Oktober 2014. Recht: nach der Renovierung im Dezember 2014

Im Jahre 2016 wurden mit einer Spende der Mirak-Weißbach-Stiftung die sanitären Einrichtungen - Toiletten, Waschbecken, Duschen rundumerneuert. Als die Direktorin des Zentrums Frau Antonyan uns damals durch das großzügige Gelände führte, sagte sie uns: ”gute Hygiene ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Leben, sondern für die häufig traumatisierten Kinder auch psychologisch wesentlich. Sie lernen in einer sauberen Umgebung viel leichter, das eigene Zimmer in Ordnung zu halten, sich selbst zu pflegen und sich selbst wertzuschätzen”.

Unten: Die sanitären Einrichtungen im FAR-Zentrum zum Schutz von Kindern,
vor und nach der Renovierung
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Jerwandaschats neue Turnhalle


Das kleine Dörfchen Jerwandaschat liegt an der armenischen Grenze zur Türkei, etwa 45 km von Jerewan aus hinter der Provinzhauptstadt Armavir und 30 km hinter dem nationalen Denkmal in Sardarapat. In den etwa 200 Haushalten leben zwischen 800 und 1000 Einwohner. Ganz in der Nähe fließen der Arax und der Akhurian ineinander, und der fruchtbare Boden bringt köstliche Früchte hervor. Das Dorf hat darüber hinaus eine reiche Geschichte: (https://en.wikipedia.org/wiki/Yervandashat._Armenia).
Wie in den armenischen Grenzregionen allgemein ist die soziale Infrastruktur nur schwach entwickelt. Neben einer Arztpraxis und einem Kulturzentrum gibt es eine Schule mit Klassen vom 1. bis zum 9. Schuljahr. Eine Kinderkrippe oder einen Kindergarten für Kinder unter 6 Jahren gibt es nicht.
Die Hauptschule wurde 1987 gebaut, das Dach 2004 renoviert und neue Fenster und Türen 2010 eingebaut. Der Direktor berichtete uns, daß der Sportlehrer in 21 Stunden pro Woche alle Schüler unterrichtet, und zwar in Gruppen, die 3 Stunden pro Woche Sportunterricht bekommen. Die Schüler haben Turnen und spielen am liebsten die Mannschaftssportarten wie Basketball, Fußball, Volleyball und Handball. Regelmäßig spielen die Teams der Schule gegen Mannschaften aus anderen Dörfern oder nehmen an Turnieren teil. Aber die Turnhalle steht auch für andere Veranstaltungen zur Verfügung, z.B. für Tanz-Wettbewerbe und Feiern der Dorfgemeinschaft.
Die Turnhalle war 2016 in ganz schlechtem Zustand und der Fund for Armenian Relief (FAR) war bemüht, Unterstützer zu finden, die bei der Renovierung helfen könnten. Die Mirak-Weissbach-Stiftung beteiligte sich, so daß die Renovierung gedeckt war, neue Sportgeräte (Bälle, Volleyballnetz etc.) gekauft werden konnten und die Fußballmannschaft mit neuen Trikots ausgestattet werden konnte. Die Arbeiten begannen im Juni und waren Ende August gerade rechtzeitig zum neuen Schuljahr beendet. Im April 2017 besuchten wir die Schule in Jerwandaschat und konnten begutachten, daß die Schüler in nagelneuem Outfit sehr viel Spaß an ihrer neuen Turnhalle haben.

Die Turnhalle von Jerwandaschat vor, während und nach der Renovierung:
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Eine Schulküche für die Sonderschule in Parakar



In Parakar, einem kleinen Dorf außerhalb Jerewans in Sichtweite des Flughafens Zvartnots und des Ararat, ist in einem ehemaligen Industriegebiet eine beeindruckende staatliche Sonderschule für Kinder mit Behinderungen entstanden. Unter Federführung des Fund for Armenian Relief (FAR) sind hier über Jahre hinweg vorbildliche Möglichkeiten zur Ausbildung und beruflichen Qualifizierung für junge Menschen mit Behinderungen entstanden. Die Schüler, die auch in der Schule untergebracht sind, können hier u.a. Weben, Pflanzenkunde, Malen, das Töpfer- und Frisör-Handwerk erlernen. Was lange Zeit fehlte, war eine Lernküche, so daß die Schüler auch lernen, sich selbst im Alltag angemessen zu ernähren und zu versorgen. Seit 2017 ist aus einem ehemaligen Schlafraum mithilfe der Mirak-Weißbach-Stiftung eine Küche entstanden. Bei einem Besuch mit Margarit Piliposyan konnten wir uns 2019 davon überzeugen, daß die neue Küche inzwischen mit allem ausgestattet ist, was eine Küche braucht: Kühlschränke, Herde, Küchentische und -schränke, ausreichend Wasser und Strom. Und wir konnten miterleben, daß der neue Schulungsraum schon eifrig genutzt wird.

<span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Der ehemalige Schlafraum.</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die Wei&szlig;bachs und Margarit Piliposyan bei der Vorbesprechung.</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Umbau hat begonnen</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Fortschritt erkennbar</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die K&uuml;che nimmt Gestalt an</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die K&uuml;che nimmt Gestalt an</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die K&uuml;che nimmt Gestalt an</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die K&uuml;che nimmt Gestalt an</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Der Unterricht kann beginnen</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Es wird ernst</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Die neue Küche in Betrieb</span> <span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; ">Anerkennung</span>

    


Heiß begehrte Musikinstrumente


Schon 2013 hatte die Mirak-Weißbach-Stiftung begonnen, Musikschulen in Armenien mit Musikinstrumenten zu versorgen. Wir hatten begonnen, im Bekannten- und Freundeskreis gute, aber nicht mehr gespielte Instrumente zu sammeln und nach Armenien mitzunehmen. Margarit Piliposyan hatte uns damals nach Oschakan begleitet, bekannt als Begräbnisort von Mesrop Maschtots, dem Erfinder des armenischen Alphabets. Wir hatten dem Direktor der örtlichen Musikschule unsere bescheidene Sammlung von Instrumenten überreichen können und bei einem Schulkonzert einen 1. Eindruck von der reichen Musikkultur des Landes gewinnen können.

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Die Weißbachs bei ihrem Besuch in der Musikschule Oschakan 2013 mit Schülern,
dem Direktor, Lehrern und Margaret Piliposyan von FAR.


Später haben wir dann erfahren, daß es an der Verfügbarkeit von Instrumenten im Land nicht mangelt, war doch und ist Armenien mit dem regionalen und östlichen Musikmarkt bestens vernetzt. Und wir haben erlebt, daß die Musikschulen selbst mit relativ kleinen Beträgen gute und für den Unterricht brauchbare Instrumente aller Art bekommen können. So konnten wir uns in den darauf folgenden Jahren, vermittelt über FAR, an einem Sammelprojekt für die Anahit Tsitsikyan Musikschule in Jerewan und für die Musikschule in Dilidschan beteiligen.
Im März 2016 kamen 8 nagelneue Blasinstrumente bei der Anahit Tsitsikian Musikschule in Eriwan an. Die jeweils 2 Flöten, Klarinetten, Trompeten und Saxophone konnten durch eine Spendenaktion der Organisation AYO! gekauft worden. Die Mirak-Weissbach-Stiftung hatte von der Aktion durch den Fund for Armenian Relief (http://farusa.org) erfahren und sich spontan an dem Projekt beteiligt.
Die Anahit Tsitsikian Schule war 1987 gegründet und 2007 nach der berühmten Geigerin benannt worden. In Eriwan ist sie eine der wenigen Schulen, die für Schüler aus dem Stadtteil da ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich den Ruf einer Schule von hoher Qualität erworben, weil viele ihrer Schüler Auszeichnungen gewonnen haben und es bis zum Studium in Armenien und im Ausland gebracht haben. 2014 ermöglichten die Organisationen “Helfende Hände” der US-Botschaft und das “Fuller Center for Housing Armenia” die Renovierung der Aula, ein großes Projekt. Ein völlig neuer Boden mußte verlegt warden, so daß die Halle jetzt wieder für Konzerte genutzt warden kann. Die Schule war mit Streichinstrumenten und Klavieren gut bestückt, es fehlten Blasinstrumente, denn die meisten Schüler konnten sich eigene Instrumente nicht leisten. Ende 2014 kündigte AYO! (https://weareayo.org/music-school/) eine Kampagne an, Spenden für die Instrumente zu sammeln. Zur Einweihung der neuen Konzert-Halle schrieb AYO!: “Die Schule hat jetzt einen wunderbaren Raum für die Aufführungen und großartig motivierte Studenten und Lehrer. Was könnte noch fehlen? – Instrumente!”
Zufällig wurden die Spendensammler auf ein günstiges Angebot an Blasinstrumenten im Internet aufmerksam und konnten die Instrumente sehr preiswert erwerben. Mit dem gesparten Geld konnten sogar noch 120 Stühle für den Konzertsaal gekauft werden. So haben jetzt alle Familien und Freunde bei den Konzerten angemessene Sitzplätze.

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Studenten der Anahit Tsitsikian Musikschule verloren keine Zeit, die neuen Blasinstrumente auszuprobieren, die im März 2016 eintrafen.

Am 25.April 2016 war Muriel Mirak-Weißbach persönlich anwesend, als Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste der Anahit Tsitsikyan-Musikschule die neuen Blasinstrumente, die vor wenigen Wochen in Jerewan eingetroffen waren – mit einem Konzert feierten. Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Genozids von 1915 eröffnete ein junges Mädchen mit einem Klaviersolo das Konzert. Sie war im vergangenen Jahr mit ihrer Familie aus Syrien geflohen und hatte hier in Jerewan ein neues Zuhause gefunden. Danach stellten Schüler und Lehrer das ganze breite Spektrum der Musikarbeit der Schule vor: Als Solisten, mit Klavierbegleitung oder im Ensemble, als Solosänger oder in verschiedenen Chorformationen kamen Werke traditioneller armenischer Volksmusik und klassischer europäischer Musik zum Vortrag. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Klarinettist und das Kanoon-Ensemble, weil hier 2 der neuen gespendeten Instrumente zum Einsatz kamen. Wie die Direktorin der Schule, Diana Hovhannisyan in einem Vorgespräch sagte, könnten noch nicht alle neuen Instrumente präsentiert werden, weil ja bisher noch kein Unterricht für Trompete, Saxophon oder Flöte hätte gegeben werden können. Aber sie versprach, daß bei unserem nächsten Besuch ein richtiges Bläserensemble zu hören sein werde. Der Enthusiasmus, die Freude und der Stolz der Schüler waren überwältigend. Als besondere Zugabe präsentierte der 5-jährige Volodya Sargsyan, der auch im gemischten Chor schon aufgetreten war, eine Solo-Session auf seiner Trommel. Sowohl Diana Hovhannisyan als auch Jemma Safaryan, die Leiterin der Spendenaktion der Organisation AYO! bestätigten, daß die neuen Instrumente schon jetzt Schülern und Lehrern einen neuen Schub an Begeisterung und Eifer gegeben hätten.

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Volodya, der 5-jährige Trommler in seinem Element.

ANAHIT TSITSIKIAN
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Anahit Tsitsikian (1926–1999) wurde im russischen Leningrad (heute St. Petersburg) geboren. Nach ihrem Studium bei Professor Karp Dombayev am staatlichen Konservatorium in Eriwan (1946–1950), gewann sie ein Stipendium und erlangte 1954 ihre Meisterreife am staatlichen Konservatorium in Moskau. Schon als Kind hatte sie angefangen, solistisch und mit Symphonieorchestern zu konzertieren. Anfang 1961 war sie die erste Solopianistin an der Armenischen Philharmonie. Sie gab Konzerte in allen sowjetischen Republiken und in 27 Ländern der Welt und produzierte 4 Schallplatten bei der Plattenfirma Melodiya.
Ihr Repertoire umfaßte vor allem Musik zeitgenössischer Komponisten, deren Werke sie beeinflußte, herausgab und zur Premiere brachte. 1950 begann sie, am staatlichen Konservatorium in Eriwan zu unterrichten. Dort führte sie 3 neue Vorlesungsreihen ein: “Die Geschichte und Theorie der Streichinstrumente”, “Geschichte der armenischen Aufführungskunst”, und “Praxis der Musikausbildung”. Schon als Studentin hatte sie ihre Forschung über die Geschichte der Streichtechniken und Musikarchäologie begonnen, ein Forschungsfeld, das sie in Armenien begründete. Sie nahm an vielen internationalen, wissenschaftlichen Konferenzen teil. Ihre Studien wurden in Armenien und international veröffentlicht.
In ihrer künstlerischen Karriere gab sie über 1000 Konzerte, archivierte Musik in 60 Aufnahmen und schrieb mehr als 300 Artikel und Skripte für Radio und Fernsehen.
Sie war Mitglied in vielen regionalen und internationalen Organisationen, u.a. der armenischen Komponistenvereinigung, der Union sowjetischer Komponisten, der armenischen Theaterunion, der Journalistenvereinigung, des Frauenkomitees der UdSSR, des AOKS (das kulturelle Verbindungskomitee zum Ausland), des Komitees “Geschichte der Weltkultur” an der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion, der weltweit-wissenschaftlichen Vereinigung für historische Archäologie u.a.
Anahit Tsitsikian verstarb am 2. Mai 1999 und noch im selben Jahr wurde die “Anahit Kultur-Stiftung” gegründet. Sie soll ihre Arbeit fortsetzen und ihre Lebensträume verwirklichen. Die Stiftung will die armenische Musik fördern, indem sie Musiker in ihrer professionellen Ausbildung und Arbeit unterstützt, Kulturprogramme und Veranstaltungen organisiert und die Integration armenischer Musik in das international Musikleben voranbringt. (Zusammengestellt von http://anahitmusicschool.com/?page_id=213)






Bild 1 - malerisches Dilidschan
Malerisches Dilidschan

Staatliche Kunsthochschule in Dilidschan


Seit Jahren arbeitet der Fund for Armenian Relief (FAR) daran, die staatliche Kunsthochschule in Dilidschan so auszustatten, daß sie ihrer wichtigen Aufgabe für die Musikerziehung in der Stadt, in der Provinz Tavusch und darüber hinaus erfüllen kann. 1997 als Erweiterung der älteren Musikschule gegründet, ist sie besonders auf die Ausbildung von Musiklehrern für den Bedarf nicht nur im Norden Armeniens konzentriert. Die Hochschule koordiniert auch die Arbeit von 15 Musikschulen in der ganzen Provinz Tavusch. Ihre Ausbildung erfolgt auf 2 Ebenen. Zum einen können hier Schüler und Studenten neben dem normalen Schulunterricht eine 7-jährige, sorgfältige und grundlegende Musikausbildung erhalten. Danach können sie sich in einem 4-jährigen Studiengang als Musiklehrer oder Berufsmusiker qualifizieren. Auf beiden Ebenen werden Ausbildungsgänge für Gesang, Blas- und Streichinstrumente und natürlich für Klavier und die traditionellen Volksmusik-Instrumente angeboten. Das Kolleg hat einen Chor und Ensembles für Blechbläser und traditionelle Instrumente. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Stand Januar 2019) studieren im Grundkurs 178 und im höheren Kurs 63 Studenten. Die Studenten nehmen regelmäßig an Festivals und Wettbewerben teil, häufig finden hier Meisterkurse für Studenten aus der ganzen Provinz statt. Und wenn hoher Besuch aus Armenien oder der ganzen Welt nach Dilidschan kommt, dann ist die Hochschule gefragt, ein Konzert für die Besucher auszurichten.
Die Hochschule ist in einem schönen, großen Gebäude untergebracht, das besonders durch die großen Glasfassaden und das dadurch einstrahlende Licht besticht.
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Die helle Eingangshalle

Aber es war in die Jahre gekommen und brauchte dringend eine Erneuerung, einschließlich des 300 m² großen Konzertsaales. Auch waren die Möbel in beklagenswertem Zustand, und es fehlten Instrumente und neue Musikliteratur. Dank der Anstrengung von FAR gelang es 2018/2019, die Renovierung des Konzertsaales, die Ausstattung mit neuen Stühlen und den Kauf ausreichend neuer Instrumente fertigzustellen. Die Mirak-Weißbach-Stiftung hat ebenfalls dazu beigetragen, daß zu Beginn 2019 die ersten 37 Instrumente in Dilidschan eintrafen. Die Nachricht von Margarit Piliposyan, der Programm-Direktorin von FAR lautete: ”Studenten und Lehrer sind glücklich!”
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Große Freude - die neuen Instrumente kommen!

Bild 5 - Konzerthalle wird renoviert

Der Konzertsaal während und nach der Renovierung

Bild 6 -Koncerthalle wie neu

Bei unserem jüngsten Besuch der Musikschule im April 2019 konnten wir während eines Konzertes einige der Instrumente begutachten, die von Schülern der Schule gekonnt präsentiert wurden.
Bild 2 - der neue Flügel
Der neue Flügel.

Bild 3 - Kanoon - das armenische Instrument
Kanoon - das armenische Instrument.

Bild 4 - Trommeln gehört dazu
Trommeln gehört dazu.

Unten eine kleine Auswahl der Instrumente für die Oberstufe der Hochschule, für die die Mirak-Weißbach-Stiftung gespendet hat.
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