Mirak-Weissbach Foundation

Bild 1 Ararat
Der Ararat, nicht immer bekommt man ihn so zu sehen, wie im April 2016


Armenien-Besuch der Weißbachs 2016


Wiesbaden, Mai 2016 – Vom 20. bis 27. April besuchte Muriel Mirak-Weißbach mit Ihrem Ehemann Michael Armenien. Sie nahmen an den Aurora-Dialogues in Jerewan zur internationalen Flüchtlingskrise und an der Verleihung des Aurora-Prize for Awakening Humanity teil.
Bild 2 - Aurora

Marguerite Barankitse,
Gewinnerin des Aurora-Preises
in Anerkennung ihres selbstlosen
Einsatzes im Bürgerkrieg in Burundi.





















Mit diesem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich und ihr Leben in besonderer Weise in humanitären Projekten eingesetzt haben. Am 24. April legten sie als Teil der Delegation der Aurora-Konferenz am Mahnmal der Opfer des Genozids von 1915 Blumen nieder und besuchten das neu gestaltete Genozid-Museum auf dem Tsitsernakaberd.
Bild 3 - Mahnmal
Muriel Mirak-Weißbach am Mahnmal für die Opfer des Genozids von 1915.

Zuvor hatten sie bereits Gyumri und den alten Freunden der Musikschule dort einen Besuch abgestattet. Zusammen mit Alexan Ter-Minasyan, dem Direktor des Hotels Berlin House in Gyumri, besuchten sie das kleine Dorf Giusanagiuch, in dem sich der Maler Hakob Hovhanisyan seit einiger Zeit niedergelassen hat und Kindern der Dorfschule Malunterricht gibt.
Bild 4 Malschule
Hakub, der Maler, mit einem seiner eifrigsten Schüler























In Jerewan hatten sie ein dicht gedrängtes Programm zu absolvieren. An der Musikschule, die nach Hekimyan benannt ist, hatte die Sängerin Lusine Arakelyan zu Ehren der Weißbachs ein Konzert organisiert. In der bis auf den letzten Platz besetzten Aula der Schule wurde über eine Stunde lang ein Querschnitt durch die vielfältige, äußerst anspruchsvolle Arbeit der Schule präsentiert.
Bild 5 - Lusine-Konzert
In der Schule, an der Lusine Arakelian unterrichtet, empfängt ein Bläserensemble die Weißbachs

Eine besondere Freude war es für die Weißbachs, ein Konzert der Anahit Tsitsikyan Musikschule zu erleben. Mit diesem Konzert wurde die Spende der Mirak-Weißbach-Stiftung für eine Ansammlung von Blasinstrumenten angemessen gefeiert, die vor wenigen Wochen in der Schule eingetroffen waren. Diese Instrumente gaben nun, gespielt von ausgewählten Schülern, ihr öffentliches Debut. Sowohl die Direktorin der Schule, Diana Hovhannisyan, als auch die Projektleiterin der Spendenaktion Jemma Safaryan versicherten, daß die Instrumente den Schülern schon einen neuen Impuls an Begeisterung, Eifer und Freude gegeben hätten (siehe auch Sonderbericht unter Projekte).
Bild 6 Anahit Tsitsikyan
Diana Hovhanisyan und Muriel Mirak-Weißbach mit einigen der neuen Instrumente

Bei einem Besuch des Zentrums zum Schutz von Kindern konnte sich Muriel Mirak-Weißbach von dem effizienten Einsatz der Spendengelder überzeugen. In diesem Jahr sind durch eine Spende die sanitären Einrichtungen des Zentrums grundlegend renoviert worden. Mehrere Sozialarbeiterinnen und Lehrerinnen des Zentrums gaben auch einen Einblick in die professionelle, liebevolle, engagierte Arbeit, die hier inzwischen seit Jahren gemacht wird. – Aus dem kleinen Dorf Gegaschen im Norden Jerewans, das sogar seit kurzem auch ein Kulturhaus mit angeschlossener Musikschule hat, kam die Leiterin der Musikschule Mariam Kazaryan, eine am Konservatorium in Jerewan ausgebildete Pianistin angereist, um die Weißbachs zu treffen. Die 4 Euro Monatsbeitrag für den Musikunterricht ist für die Familien des Dorfes schon ein gewisses Opfer. Aber die Schule hat Zulauf, das Interesse an Musik groß. Die Schule ist neu eingerichtet, aber es fehlt ein Klavier für die öffentlichen Aufführungen. Ein Klavier ist bereits gefunden und recht preisgünstig zu erwerben. So war die Leiterin der Musikschule sehr erfreut, als wir ihr mitteilten, daß die Mirak-Weißbach-Stiftung den Betrag für das Klavier überweisen würde. Inzwischen ist das Geld auf dem Konto der Schule eingegangen, das Klavier wird noch im Mai an die Schule geliefert werden können.
Zum Abschluß der Armenienreise besuchten die Weißbachs das staatliche, ehrwürdige Komitas-Konservatorium in Jerewan.
Bild 7 Konservatorium
Der Eingang zum ehrwürdigen Komitas-Konservatorium

Hier konnten sie sich davon überzeugen, daß das wertvolle Notenmaterial aus dem Nachlaß des Wiesbadener Pianisten und Dirigenten Bernhard Scheidt tatsächlich in Jerewan eingetroffen ist und überaus dankbar aufgenommen wurde. Die langjährige Lebensgefährtin Bernhard Scheidts Sabine Meerwein, selbst ausgebildete Konzertsängerin, hatte bestimmt, daß diese umfangreiche Sammlung an Partituren nicht nur von Klavierwerken, sondern kompletter Konzertsätze zur Weiterleitung an das Komitas-Konservatorium in Jerewan der Mirak-Weißbach-Stiftung übergeben wird. Der Rektor des Konservatoriums Schahen Schahinyan und Professor Navoyan betonten während des Gesprächs immer wieder, wie wertvoll sie die Spende an das Konservatorium erachteten. Beide wiesen auch immer wieder auf die lange Tradition deutsch-armenischer Beziehungen im Bereich der Musik hin. Nicht zuletzt hatte auch Vardaped Komitas, der Namensgeber des Konservatoriums, einen nicht unerheblichen Anteil seiner musikalischen Ausbildung in Berlin erhalten. Professor Navoyan deutete an, daß die Notensammlung in der riesigen Bibliothek des Konservatoriums einen Platz unter dem Namen Bernhard Scheidts zur dankbaren Erinnerung an ihn bekommen werde. (siehe auch ausführlichen Bericht und Artikels).

Bild 8 Nachlass Pr. Navoyan
Bild 9 Noten
Einige der Noten mußten neu gebunden werden. Professor Navoyan weiß es zu schätzen.